Ambidextrie – die Sache mit den zwei Kulturen

Mit Bleywaren und Bley haben wir zwei Unternehmen unter einem Dach. Eins ist jetzt 191 Jahre alt, das andere 5. Der Onlineshop mit 3 Mitarbeitern und das stationäre Geschäft mit rund 14 Mitarbeitern. Online werden andere Qualifikationen gebraucht als offline. Wir wollen Bestehendes optimieren und gleichzeitig Neues schaffen. Man spricht von Exploitation und Exploration. Ziel ist ein anpassungsfähiges Unternehmen, welches langfristig bestehen kann. Wo früher viel Top-down entschieden wurde und die alte Generation ihre Hände überall drin hatte, wollen wir zukünftig kooperativ und auf Augenhöhe agieren. Die MitarbeiterInnen sollen Verantwortung übernehmen und sich stärker einbringen und selbstständig entscheiden können.

Erfahrungsschätze vereinen

Momentan haben wir noch zwei Unternehmenskulturen, welches auch zu möglichen Irritationen führt. Im Onlineshop sind wir allgemein eher beim „Du“, im Ladengeschäft herrscht häufig noch das „Sie“. Um die beiden Kulturen besser zu verbinden, ist geplant das Büro näher an den Laden zu verlagern um eine größere Nähe herzustellen und die Kommunikation zu intensivieren. Die unterschiedlichen Altersstrukturen sind dabei auch eine große Chance. So gibt es wahnsinnig tiefes Know-how der langjährigen MitarbeiterInnen, gleichzeitig wissen die Mitarbeiter im Onlinebereich aber besser mit der Warenwirtschaft umzugehen und können dieses Wissen weitergeben. Eine win-win-Situation.

Monatliche Besprechungen

Wir haben monatliche Mitarbeiter-Besprechungen eingeführt, um die Kommunikation zu verbessern. Die MitarbeiterInnen sollen sich und ihre Verbesserungsvorschläge und Ideen einbringen können. Wichtig dabei ist, die Ergebnisse schriftlich festzuhalten und auch Aufgaben klar zuzuweisen und zu terminieren. In der Vergangenheit war häufig über Dinge gesprochen worden, aber nicht geklärt, wer sich bis wann darum kümmern sollte. Das ist essentiell, um Dinge umsetzen zu können.

Bereichsübergreifendes Bedienen

Geplant ist zudem, alte Denkweisen aufzubrechen, die in einzelnen Abteilungen denken und nicht das ganze Haus im Blick haben. Die MitarbeiterInnen sollen verstehen, dass es nicht nur um ihren Bereich geht, sondern um das Unternehmen im Ganzen. Um diesen Schritt zu ermöglichen, ist geplant, kurze Input Vorträge über einzelne Teilsortimente oder Lieferanten zu halten, um so das Wissen intern weiterzugeben und Barrieren bei den MitarbeiterInnen abzubauen. Zudem sollen VerkäuferInnen mit zu Schulungen der Industrie fahren, auch wenn diese nicht in ihrem angestammten Bereich stattfinden. Im Bleywaren Büro waren wir durch einen Krankheitsfall gezwungen, eine job rotation durchzuführen. Das heißt, dass die Mitarbeiter ihre Plätze und Aufgaben tauschen. Das führte zu neuen, verbesserten Abläufen und fördert zudem das Verständnis für die Tätigkeiten des anderen und hilft, das Unternehmen und die Zusammenhänge besser zu verstehen.  

Neue Fähigkeiten und Wünsche

Jüngere MitarbeiterInnen wollen mehr Sinn in ihrer Tätigkeit sehen, mehr mit einbezogen werden. Gleichzeitig wird die Work-Life-Balance wichtiger. Freizeit und eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten gehören genauso dazu wie Weiterbildungsmöglichkeiten. Das haben wir im Büro bereits weitestgehend umgesetzt, so dass dort flexibel mit der Arbeitszeit umgegangen werden kann. Auch Annehmlichkeiten wie Getränke und Obst am Arbeitsplatz gehören dazu. Um die langjährigen MitarbeiterInnen zum Umdenken anzuregen, planen wir zudem ihnen nach ihren Wünschen und Stärken Fortbildungen anzubieten in Form von Seminaren oder Schulungen. 

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